Genealogie List-Familien

Wappen der List

Wappen der List aus Bischofszell und Hauptwil, ursprünglich, vor 1620, aus Göttlishofen im Allgäu

Im oberen Schildteil des Wappens von Göttlishofen ist ein springender Windhund. Er ist dem Wappen der Herren von Humpiss (Humpis, Hundbiss) entnommen. Die Herren von Humpiss waren von 1433 bis 1698 im Besitz der Herrschaft von Siggen und damit auch von Göttlishofen. Siggen liegt neben Göttlishofen. Die Eltern von Joannes List * 1599 bis 1671, der während des Dreissigjährigen Krieges 1618-1648 um ca. 1620 nach Bischofszell auswanderte, lebten in (Klein-)Göttlishofen auf einem Lehengut der Humpiss von Siggen. Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich um das Gut Essenreiter [1]. Vorher dürften die List im Gasthaus zur Sonne [1] in Grossgöttlishofen gelebt haben.

Den ersten sieben Kindern von Joannes List war die in Bischofszell wohnhafte Maria Cleophe Blarer, geborene von Bernhausen, Patin,* vor 1598 + 1635. Sie war eine Tochter von Anna Maria Humpiss von Siggen, die zusammen mit ihren Geschwistern die Herrschaft Siggen verwaltete. Vermutlich ist Joannes List anfangs des dreissigjährigen Krieges auf Grund seiner familiären Beziehungen mit den Humpiss nach Bischofszell ausgewandert. Der Grossvater von Joannes List hiess Baltus List, der offenbar zusammen mit seinem Bruder Martin, * vor 1549, Wirt zur Sonne [1], in Grossgöttlishofen lebte. Deren Vater ist vor 1508 geboren.

Der untere Schildteil des Wappens wurde dem unteren Teil des Wappens von Christazhofen, das neben Göttlishofen gelegen ist, entnommen. Es ist das Wappen der Herren von Neideck, deren Stammsitz auf der Gemarkung von Christazhofen liegt. Dazu gehörte auch der Eckhof in Bliderazhofen, einem Weiler von Christazhofen. Auf Mathises [1] und später auch auf Obere Specker [1] waren in Bliederazhofen List ansässig. Die Linie von Paulus List * vor 1490, stammt von Bliderazhofen. Die Stammesfolge ist ausgestorben. Die Nachfahren sind jedoch zahlreich.

Es ist davon auszugehen, dass die List-Linien von Göttlishofen und Bliderazhofen einen gemeinsamen Ursprung haben.

Das List-Wappen wurde von der WAKO (Wappenkommission der Zürcher Zünfte) mit Mail vom 23. Februar 2003 genehmigt.

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[1] Wunibald Schmid, Allgäu meine Heimat, Druckerei und Verlag, Magstatt bei Stuttgart; 1. Reprintauflage 1986; Bezeichnungen heute noch bekannt.